Fassadengutachten
Risse im Verputz, Feuchtespuren oder ablösende Beschichtungen werfen Fragen auf: Wie ist der Zustand der Fassade einzuschätzen? Welche Ursachen kommen infrage? Und welche Massnahmen sind sinnvoll? Ein Fassadengutachten schafft eine nachvollziehbare Grundlage für das weitere Vorgehen. Im Mittelpunkt des Fachgebiets von QS Fassaden stehen verputzte Aussenwärmedämmungen.
Schäden erfassen und fachlich beurteilen
Eine aussagekräftige Beurteilung betrachtet das Schadensbild im Zusammenhang mit dem Fassadenaufbau, den Anschlussdetails und der bisherigen Nutzung und Instandhaltung. Pläne, Angaben zum Dämmsystem sowie Unterlagen zu früheren Reparaturen helfen, die Feststellungen einzuordnen.
Risse und Putzmängel
Bei Rissen sind unter anderem Verlauf, Breite, Verteilung und Lage entscheidend. Zu klären ist, welche Schichten betroffen sind und ob Hinweise auf weitere Veränderungen bestehen. Auch Hohlstellen, Abplatzungen, ungenügende Putzhaftung oder auffällige Oberflächen gehören zur Untersuchung.
Das Ziel ist, mögliche Ursachen einzugrenzen und die Bedeutung für die Gebrauchstauglichkeit der Fassade einzuschätzen. Eine geeignete Instandsetzung setzt voraus, dass der Zusammenhang zwischen Schaden, Untergrund und Systemaufbau verstanden wird.
Feuchtigkeit und Anschlussdetails
Feuchtespuren, Verfärbungen oder Ausblühungen geben Anlass, die Wasserbeanspruchung und mögliche Eintrittswege näher zu prüfen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Sockelzonen, Fensterbänke, Durchdringungen und Übergänge zu angrenzenden Bauteilen.
Je nach Fragestellung können ergänzende Messungen oder gezielte Sondieröffnungen erforderlich sein. Umfang und Eingriffe müssen auf das Untersuchungsziel abgestimmt werden.
Ein verständlicher Befund mit konkreten Empfehlungen
Ein Gutachten sollte klar zwischen dokumentierten Feststellungen, fachlicher Bewertung und noch offenen Fragen unterscheiden. Dazu gehören insbesondere:
- die Beschreibung und fotografische Dokumentation der untersuchten Schäden;
- die Einordnung wahrscheinlicher Ursachen und verbleibender Unsicherheiten;
- die Beurteilung des Handlungsbedarfs und der Dringlichkeit;
- Empfehlungen zu weiteren Abklärungen, Instandsetzung und Unterhalt.
So erhalten Eigentümerschaften, Bauherrschaften, Planende und ausführende Unternehmen eine gemeinsame fachliche Grundlage. Empfehlungen können von einer dokumentierten Beobachtung über örtliche Reparaturen bis zur vertieften Sanierungsplanung reichen.
Entscheiden auf einer belastbaren Grundlage
Für die technische Einordnung sind Bauzeit, Systemunterlagen und die für das Objekt massgebenden Ausführungsgrundlagen zu berücksichtigen. Relevante Fachgrundlagen sind die Norm SIA 243 zur verputzten Aussenwärmedämmung sowie die Merkblätter und Fachinformationen des SMGV.
Für die Vorbereitung einer Begutachtung sind Übersichts- und Detailfotos, Angaben zum erstmaligen Auftreten der Schäden sowie vorhandene Bau- und Unterhaltsunterlagen besonders hilfreich. Eine klar formulierte Fragestellung erleichtert es, die Untersuchung auf die anstehende Entscheidung auszurichten.